Gebäudesystemtechnik
Die Ansprüche an eine moderne
Elektroinstallation haben sich in den vergangenen Jahren in privaten und gewerblichen
Räumen stark gewandelt.
Sicherheit, Bedienungskomfort und ein
flexibler Nutzen treten mehr und mehr in den Vordergrund. Die Grenzen für die
konventionelle Elektroinstallation mit einer unübersichtlichen Zahl eigener
Funktionsnetze sind dann sehr schnell erreicht.

Nachträgliche Erweiterung, Renovierung und
Nutzungsänderung erfordern hohen Aufwand in ihrer Umsetzung. Die neue EIB- Bustechnik
bietet hier überzeugende Perspektiven.
Das System ist ein intelligentes Gebäude-
Installationssystem zum Messen, Regeln, Schalten, Steuern, Melden und Überwachen. Die
Informationen werden dabei über eine für alle spezifischen Anwendungen geeignete Bus-
Leitung übertragen.
Diese Steuerelektronik bedarf keiner zentralen Einheit, da sie dezentral in jedem Gerät
untergebracht ist. Schalter, Sensoren, Aktoren, Anzeigen und Steuereinrichtungen können
über diese Kommunikationslinie Informationen austauschen.
Die Vorteile dieser neuen Technik sind:
- Flexible Planung und einfache Installation
- Reduzierung der Leitungslängen, dadurch Verringerung der
Brandlast
- Energieeinsparung
- Schnelle Anpassung und hohe Flexibilität bei
Nutzungsänderung
- Problemlose Erweiterung
Die Einsatzbereiche der neuen
Technik sind
Beleuchtungssteuerungen, Jalousiesteuerungen, Heizungs- Klima- und Lüftungsanlagen,
Überwachungs- und Meldeanlagen und Energielastmanagement.
Bussteuerungstechnik kann heute in sehr
unterschiedlichen Techniken erfolgen. Bei der EIB- Anlagentechnik kann nun zwischen 2
Varianten unterscheiden werden
- 28V - EIB-Technik
- 230V - EIB-Technik ( Powernet ).

28V - EIB Technik
Grundlagen des Bussystems:
Der EIB ist ein dezentral aufgebautes System. Jeder
Teilnehmer (ob Sensor oder Aktor) verfügt über einen eigenen Mikrocomputer und EEPROM.
Dadurch wird ein zentrales Steuergerät überflüssig. Ein Totalausfall dieses Systems ist
damit praktisch unmöglich. Der Ausfall eines einzelnen Teilnehmers bedeutet nur den
Ausfall einer einzelnen Funktion im System.
Jeder Teilnehmer benötigt daher eine physikalische
Adresse, damit er beim Programmieren von der ETS (EIB Tool Software) erkannt werden kann.
Die ETS enthält die für den Busteilnehmer herstellerspezifischen Daten. So wird für
jeden Teilnehmer ein spezielles Programm im EEPROM hinterlegt.
Die Spannungsversorgung erfolgt über 2 Drähte (28 V
Gleichspannung). Über die gleichen Drähte werden dann später auch Telegramme gesendet.
Versorgungsspannung und Datenleitung sind also identisch! Jeder Sensor (z.B. Taster)
sendet bei Betätigung ein Telegramm mit einer entsprechenden Nutzinformation. Alle
anderen Teilnehmer hören am Bus diese Nutzinformationen mit. Die Teilnehmer, die die
gleiche Gruppenadresse (logische Adresse oder Schaltfunktion) besitzen, reagieren am Ende
auf das Telegramm mit einer Rückantwort. Eine Kollision von zwei gleichzeitig gesendeten
Telegrammen wird durch das CSMA/ CA-Verfahren vermieden. Sollte ein Telegramm von keinem
anderen Teilnehmer gehört oder verstanden werden, wird dieses Telegramm mehrmals
wiederholt. Nach einer vom Hersteller festgelegten Wiederholungsrate stellt der Teilnehmer
das Senden eigenständig ein, um den Bus nicht unnötig zu belasten!
Aufbau von Linien und Bereichen:
Die kleinste Einheit beim EIB ist die Linie. Eine Linie
besteht in ihrer geringsten Konfiguration aus einer Spannungsversorgung mit Drossel sowie
einem Sensor und einem Aktor. In einer Linie werden im Normalfall bis zu 64 Teilnehmer
angeschlossen, wobei z.B. ein 4-fach Taster nur als ein Teilnehmer zu werten ist. Dies
gilt natürlich ebenso für einen Binärausgang 4fach oder einem Binäreingang 2-fach.
Über Linienverstärker konnten die Linien über die 64 Teilnehmer hinaus erweitert
werden.
Als maximale Leitungslänge pro Linie sind 1000 m als
absolute Obergrenze anzusehen. Zwischen zwei Teilnehmern darf eine Leitungslänge von 700
m nicht überschritten werden. Sollte es nötig sein in einer Linie mehr als zwei
Spannungsversorgungen einzubauen, ist auch hier darauf zu achten, dass die beiden Drosseln
mit mindestens 200 m Leitung voneinander getrennt werden (Wirkung der Induktivitäten).
Jeder Teilnehmer darf nicht weiter als 350 m (Leitungslänge) von eine Spannungsversorgung
entfernt sein.
Werden diese Längen nicht eingehalten sind
Funktionsstörungen (zu lange Laufzeiten der Telegramme) nicht auszuschließen, und die
Frage der Gewährleistung steht offen. Sind die Längen in einer Kundenanlage entsprechend
groß, kann man durch die Verwendung mehrerer Linien die Leitungslängen entsprechend
vergrößern. Die eben beschriebenen Leitungslängen gelten ja für jede Linie. Damit die
Linien unter einander kommunizieren können, sind Koppler nötig. Man unterscheidet hier
Linenkoppler und Bereichskoppler. Koppler haben die Aufgaben die Linien untereinander
galvanisch zu trennen und Filtertabellen anzuwenden. Der Vorteil der galvanischen Trennung
besteht darin, dass ein Kurzschluss der Versorgungsleitungen nur eine Linie außer
Funktion setzen kann. Alle anderen Linien bleiben funktionsbereit.
Die Filtertabellen, die übrigens nicht von Hand erstellt
werden müssen, Sonder von der ETS erstellt werden können, lassen nur Telegramme
passieren, die in diese Linie auch eine Funktion auslösen. Somit wird auch die
Telegrammrate in de einzelnen Linien auf ein Minimum beschränkt. Durch ein
Parametrisierungsfenster in der ETS kann die Funktion Filtertabelle ausgeschaltet werden.
In kleinere Anlagen ist dies vielleicht denkbar, in größeren Anlagen muss davon abgerate
werden.
In einem Bereich können bis zu 12 Linien zusammengefasst
werden. Die Linie, die diese 12 Linien verbindet, wird Linie 0 oder Hauptlinie genannt
Installationstechnik und Vorschriften:
Der EIB beruht auf einer Technik, die mit 2 Adern auskommt.
Für die Installation wird eine Leitung verwendet, die 2 Adernpaare besitzt. Diese Leitung
darf sternförmig oder in Baumstruktur verlegt werden. Unter keinen Umständen darf eine
Ringstruktur erstellt sein. Beim Beschaffen der Leitung ist darauf zu achten,
dass die zum
Einsatz kommende Leitung eine Zulassung von der EIBA besitzt, bzw. die von der EIBA
geforderten Werte eingehalten werden.
Komponenten:
Zum Aufbau eines kompletten,
funktionstüchtigen Systems ist
es möglich mehrere, von verschiedenen Herstellern gebaute Komponenten zu
verwenden. Hier
möchte ich Ihnen nun einmal einige Produkte vorstellen ohne den Nachweis auf
Vollständigkeit zu erheben, da monatlich neue Produkte hinzukommen.
- Datenschiene zum Einbau in eine
Unterverteilung, zur Aufnahme
der Reiheneinbaugeräte
- Spannungsversorgung 320mA/640mA
- Drossel
- Busankoppler als Reiheneinbaugerät oder als unter
Putzeinsatz
- Taster 1-fach bis 4-fach
- Jalousietaster und Jalousieaktoren
- Schaltaktore
- Schalt- Dimmaktore
- Lichtszenenbausteine
- Temperatursensoren
- Thermostate
- Bewegungsmelder
- Verknüpfungsbausteine
- Binäreingänge
- Binärausgänge
- Dämmerungssensoren
- Linien- und Bereichskoppler
- Zeitschaltuhren
- IR- Schaltsensoren
